Ingolf Turban & Tomoko Sawallisch - Complete Works for Violin and Piano (2026) [Hi-Res]

  • 03 Feb, 15:48
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Artist:
Title: Complete Works for Violin and Piano
Year Of Release: 2026
Label: TYXArt
Genre: Classical
Quality: FLAC (tracks) / 24bit-48kHz FLAC (tracks)
Total Time: 01:54:58
Total Size: 494 MB / 1.12 GB
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Tracklist:

1. Schubert: I. Allegro molto (4:26)
2. Schubert: II. Andante (4:02)
3. Schubert: III. Allegro vivace (4:25)
4. Schubert: I. Allegro moderato (9:33)
5. Schubert: II. Andante (6:28)
6. Schubert: III. Menuetto: Allegro (2:16)
7. Schubert: IV. Allegro (4:58)
8. Schubert: I. Allegro giusto (5:09)
9. Schubert: II. Andante (5:44)
10. Schubert: III. Menuetto (2:39)
11. Schubert: IV. Allegro moderato (4:06)
12. Schubert: I. Allegro moderato (8:34)
13. Schubert: II. Scherzo: Presto (4:02)
14. Schubert: III. Andantino (3:52)
15. Schubert: IV. Allegro vivace (5:37)
16. Schubert: Andante (2:49)
17. Schubert: Allegro (11:42)
18. Schubert: Andante molto (3:20)
19. Schubert: Allegretto (5:40)
20. Schubert: Andantino (9:49)
21. Schubert: Tempo I (1:09)
22. Schubert: Allegro vivace - Allegretto - Presto (4:48)

Franz Schubert, der kaum je eine eigene Geige besaß, schuf für dieses Instrument Musik von wunderbarer Innerlichkeit. Kein Virtuose im herkömmlichen Sinn, war er doch ein Meister der seelischen Klangrede. Wie seine Klavierwerke öffnen auch seine Stücke für Violine und Klavier jene Sphäre des „Dort“, in der das Irdische in Transzendenz übergeht. In ihrem Zwiegespräch begegnen sich die gegensätzlichen Welten der Geige – des „zerrissenen Tones“ – und des Klaviers – der „gebundenen Melodie“ – zu einer lyrischen Einheit, die nichts „darstellt“, sondern einfach „ist“.

Zwischen 1816 und 1817 entstehen vier Sonaten, in denen Schubert sich an Mozart orientiert und doch eigene Wege geht. Hinter der heiteren Fassade der sogenannten „Sonatinen“ verbirgt sich oft tiefer Ernst. Der junge Komponist verwandelt die klassische Form in einen Raum schwebender Harmonik, in dem Melodie an die Stelle der motivischen Arbeit tritt – Musik als Empfindung, nicht als Konstruktion. In der A-Dur-Sonate von 1817 erreicht dieses Prinzip reine Lyrik: Himmel und Erde berühren sich, ohne sich je zu vereinen.

Zehn Jahre später folgen zwei späte Meisterwerke: das Rondeau brillant in h-Moll (1826) und die Phantasie in C-Dur (1827). Beide sind dem jungen Geiger Josef Slawjk gewidmet, dessen Virtuosität Schubert zur geistigen Durchdringung des Brillanten anregt. Hinter der glitzernden Oberfläche des Rondeaus lauert ein geheimnisvoller Abgrund – Paganinis „dämonischer Geist“ erscheint verklärt als Engelsstimme. In der Phantasie schließlich überschreitet Schubert alle Grenzen der Form. Das Werk, das das Lied „Sei mir gegrüßt“ in seine Struktur einwebt, wird zum musikalischen Symbol des Abschieds und der Erlösung. Virtuose Gesten verwandeln sich in existenziellen Ausdruck; das Lied der Liebe klingt als ferne Erinnerung nach – zwischen Traum, Tod und Transzendenz.

Diese Musik ist kein Konzertstück, sondern eine poetische Offenbarung: Schuberts „Sphärenmusik“, in der das „Hier“ und das „Dort“ für einen Augenblick eins werden.